Dr. Gunther Schmidt
SO. 10:45 - 11:30
Arbeit mit Genogrammen und Mustern der Herkunftsfamilien(HKF)
sind traditionell wertvolle Mittel der Familientherapie
und der systemischen Therapie. Viele Konzepte, die sich
jetzt auch systemisch nennen, haben ihre Methoden übernommen.
Probleme/Symptome werden dabei aber meist in linear-kausalen
Zusammenhang mit Ereignissen, Regeln und Mustern in den
HKF gebracht, so, als ob die Symptome aus krankmachenden
Mustern in den HKF “kommen” würden, dort
ihre “Ursachen” zu suchen seien etc.
So gut gemeint dies meist ist, solche Beschreibungen
schaffen Wirklichkeit mit großen Nachteilen und
verzerrten Perspektiven. Die Geschichte der HKF und ihre
Organisationsmuster werden einseitig als Ansammlung von
angeblichen Defiziten beschrieben(Pathographie). So werden
Familien diffamiert als Ort von “Störungen”,
als schuldiger Quell von Übeln etc. Dies kann belastendes
Opfer- Erleben, Schuldzuweisungen, Loyalitätskonflikte
und Symptomeskalationen verstärken.
Vermittelt wird, wie man durch hypnosystemische Kompetenzmethoden
wieder die vielen wertvollen Kräfte und Kompetenzmuster
im reichen Schatz der Familientraditionen wahrnehmen und
wirksam nutzen kann. Dabei wird nichts „schöngefärbt“
oder „bagatellisiert“, aber gezeigt, wie man
sogar traumatische Erlebnisse als kompetenzfördernde
Lernchancen für die Zukunft nutzen kann und wie man
„Hinkunftsfamilie“ als Orientierung und Sinn
gebendes Visions- System als „Ratgeber aus der gewünschten
Zukunft“ für Potenzialaktivierungen für
sich selbst, Paarbeziehungen und die Gestaltung bereichernder
Familienbeziehungen nutzen kann.